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Exposé und Texte

Wie schreibe ich eine Lagebeschreibung, die nicht nach Wikipedia klingt?

Beschreiben Sie den Alltag im Umkreis von zehn Gehminuten, nicht die Geschichte der Stadt. Was ist zu Fuß erreichbar, wie kommt man zur Arbeit, wo kaufen die Leute ein, wohin gehen die Kinder zur Schule, wo ist es abends ruhig. Das ist die Lagebeschreibung, die jemand wirklich braucht.

Der Fehler, den viele machen: Sie schreiben über den Ort statt über die Adresse. Einwohnerzahl, Gründungsjahr und regionale Wirtschaftsstruktur interessieren jemanden, der eine Wohnung sucht, wenig. Interessant ist, ob der Bäcker um die Ecke ist, ob es eine Kita gibt und wie laut die Straße vor dem Fenster ist.

Arbeiten Sie mit konkreten Zeiten und Entfernungen — und nur mit solchen, die stimmen. „Grundschule 400 Meter, Supermarkt 6 Gehminuten, Autobahnauffahrt 4 km“ ist überprüfbar und wirkt genau deshalb glaubwürdig. Runden Sie nicht zu Ihren Gunsten; der erste Interessent mit einer Navigations-App merkt es.

Passen Sie den Schwerpunkt an die wahrscheinliche Käufergruppe an. Für Familien zählen Schulen, Spielplätze und Verkehrssicherheit; für Berufstätige Anbindung und Parkplatzsituation; für Kapitalanleger Mietniveau, Nachfrage und Entwicklung des Viertels. Dieselbe Adresse verlangt drei unterschiedliche Texte.