Digital eingerichtete Räume sind in Inseraten längst normal. Elf Fragen dazu, was das kostet, was erlaubt ist und wo die Grenze verläuft.
Beim virtuellen Home Staging wird ein Raum nicht wirklich möbliert, sondern am Foto eingerichtet. Der Raum selbst bleibt unverändert: Grundriss, Wände, Fenster, Böden, Größe und Zustand sind auf dem bearbeiteten Bild dieselben wie auf dem Original. Dazu kommen Möbel, Textilien und Dekoration, die es in der Wohnung nicht gibt.
Ausführlich lesenKlassisches Home Staging mit echten Leihmöbeln liegt in Deutschland meist im vierstelligen Bereich; als Branchen-Faustregel wird gern rund ein Prozent des Angebotspreises genannt. Virtuelles Home Staging kostet deutlich weniger: Anbieter, die pro Bild abrechnen, verlangen üblicherweise 20 bis 40 Euro je Aufnahme; Monatspakete beginnen im zweistelligen Bereich — bei PropShift etwa bei rechnerisch 69 Euro pro Monat bei jährlicher Abrechnung beziehungsweise 83 Euro bei monatlicher Zahlung, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer und für bis zu fünf gleichzeitig aktive Objekte.
Ausführlich lesenJa — solange erkennbar bleibt, dass die Einrichtung nicht real ist, und solange die Bearbeitung den bestehenden Zustand der Immobilie nicht irreführend verändert. Digitale Möbel in einem leeren Raum sind zulässige Werbung. Ein digital verschwundener Feuchtefleck ist es nicht.
Ausführlich lesenKlar, eindeutig und unmittelbar am Bild — spätestens dann, wenn jemand es zum ersten Mal sieht. „Einrichtung digital erzeugt, nicht Bestandteil des Objekts“ ist eine brauchbare Formulierung. Ein Hinweis, der nur im Fließtext des Exposés steht, erreicht jemanden, der die Bilderstrecke durchwischt, nicht.
Ausführlich lesenSeriös lässt sich das nicht als feste Zahl beantworten — wer Ihnen „30 Prozent schneller“ verspricht, rechnet mit Werten aus fremden Märkten. Belastbare deutsche Untersuchungen, die andere Einflüsse sauber herausrechnen, gibt es für digital möblierte Inserate nicht. Was sich begründen lässt: Eingerichtete Darstellungen helfen, Nutzungsmöglichkeiten zu erkennen.
Ausführlich lesenRichten Sie nach der wahrscheinlichsten Nutzung ein, nicht nach Ihrem Geschmack. Eine Dreizimmerwohnung im Vorort mit Garten spricht Familien an — dort gehören ein Esstisch für vier bis sechs Personen und ein Kinderzimmer hin. Ein Loft in der Innenstadt spricht Paare und Singles an, dort wirkt dasselbe Möbelprogramm falsch.
Ausführlich lesenNein. Ein Riss in der Wand, ein Feuchtefleck, ein abgesackter Boden, Schimmel in der Fensterlaibung, eine beschädigte Fassade — das alles gehört zum Zustand der Immobilie. Wer es aus dem Bild entfernt, wirbt nicht mehr, sondern täuscht über ein wesentliches Merkmal.
Ausführlich lesenFotografieren Sie den leeren Raum — sauber, hell und gerade — und richten Sie danach digital ein. So haben Sie beides: die ehrliche Aufnahme für die Unterlagen und die eingerichtete Fassung für die Anzeige. Der umgekehrte Weg funktioniert nicht, denn aus einem möblierten Foto bekommen Sie den leeren Raum nicht zurück.
Ausführlich lesenFotografieren Sie den Raum so, wie er ist, aber so frei wie möglich: Gardinen auf, Türen zu, Stühle an den Tisch, alles vom Boden. Danach lassen sich Möbel, Teppiche und Deko aus dem Bild entfernen und Wände, Boden und Fußleisten schließen — der Raum wirkt leer, ohne dass jemand ausräumen musste.
Ausführlich lesenBeide Bilder müssen exakt dieselbe Perspektive zeigen — gleicher Standpunkt, gleicher Bildausschnitt, gleiche Brennweite. Nur dann erkennt der Betrachter, dass sich die Einrichtung geändert hat und nicht der Raum. Sobald der Ausschnitt springt, wirkt der Vergleich wie ein Taschenspielertrick.
Ausführlich lesenEs ändert nichts an der Immobilie. Wer mit einem eingerichteten Bild Interessenten zur Besichtigung bringt und dort einen dunklen, sanierungsbedürftigen Raum vorfindet, hat das Problem nur verschoben — und Vertrauen verbraucht. Staging verkauft nicht, es sorgt dafür, dass ein gutes Objekt überhaupt angesehen wird.
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